Was tun, wenn Du zu viel High bekommst: Ein praktischer Leitfaden

What to Do If You Get Too High: A Practical Guide
Janosch Weidmann, M.sc.Fachautor mit einem Masterabschluss in Naturheilkunde und Komplementärmedizin

Wenn Du zu viel genommen hast: höre auf zu konsumieren, suche Dir einen ruhigen Ort, lege Dich hin, trinke Wasser und warte ab. Das ist das Wesentliche. Eine Überdosierung von Hanf-Cannabinoiden ist zwar äußerst unangenehm, aber für die meisten Menschen nicht medizinisch gefährlich – es geht vorbei, und meist schneller, als es sich anfühlt. Das hilft Dir wirklich, während Du darauf wartest, dass es abklingt.

Was passiert eigentlich, wenn Du zu viel High genommen hast?

Zu viel von einem psychoaktiven Cannabinoid zu nehmen, ist einer der häufigsten Fehler – fast immer, weil man nachlegt, bevor die erste Dosis wirkt, oder weil man die Stärke eines neuen Produkts unterschätzt. Bei stärkeren Cannabinoiden wie T9HC, 9h-HHCP oder High-Dosierungen von T8HC können sich selbst erfahrene Anwender verschätzen.

Das Wichtigste zuerst: Eine Überdosierung von Hanf-basierten Cannabinoiden ist für die meisten gesunden Erwachsenen nicht medizinisch gefährlich. Sie ist unangenehm, manchmal sehr unangenehm – aber sie ist vorübergehend. Die Symptome verschwinden, sobald Dein Körper die Substanz abgebaut hat. Es gibt kein Gegenmittel und keinen Weg, es abzukürzen. Aber zu wissen, dass es vorbeigeht, ist tatsächlich eine hilfreiche Information, wenn Du mittendrin steckst.

Typische Anzeichen, dass Du zu viel hattest: ein rasendes oder pochendes Herz, Angst oder mild-Panik, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein Heavy oder „blockiertes“ Körpergefühl. All das sind vorübergehende Wirkungen der Cannabinoid-Wirkung auf CB1-Rezeptoren. Sie gehen vorbei.

Schritt eins: Anhalten und einen ruhigen Ort aufsuchen

Lege das Produkt weg. Nimm nicht noch mehr, um „es auszugleichen“ – das ist ein Reflex, der alles deutlich schlimmer macht. Geh auf Abstand.

Wenn Du Dich in einer lauten, reizüberfluteten oder unbekannten Umgebung befindest, suche Dir einen ruhigeren Platz. Gedämpftes Licht, eine bequeme Position (liegend oder gut gestützt sitzend) und weniger Reize helfen spürbar gegen die Unruhe bei Überdosierung. Wenn Du alleine bist und Dir Sorgen machst, schreibe oder rufe jemanden an, dem Du vertraust – eine vertraute Person in Reichweite oder am Telefon ist oft das Wirksamste, was Du tun kannst.

Schritt zwei: Wasser, noch kein Essen

Trinke Wasser. Kleine Schlucke, regelmäßig. Das gibt Dir etwas, worauf Du Dich konzentrieren kannst, und hilft gegen den trockenen Mund, der das Unwohlsein verstärkt. Kaltes Wasser fühlt sich oft besonders hilfreich an – das körperliche Empfinden ist real und kann das Gefühl der Entfremdung durchbrechen.

Iss keine große Mahlzeit, vor allem nicht, wenn Dir übel ist. Eine kleine Menge – Zwieback, Brot, etwas Mildes – kann den Magen beruhigen, ohne die Übelkeit zu verstärken. High-Zuckerhaltige Speisen und Getränke verstärken oft die Unruhe, also vermeide sie.

Schritt drei: Schwarzer Pfeffer und CBD – hilft das wirklich?

Schwarzer Pfeffer ist eines der am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Cannabis-Überdosierung, und es gibt zumindest einen plausiblen Wirkmechanismus: Beta-Caryophyllen, ein Terpen im schwarzen Pfeffer, interagiert mit CB2-Rezeptoren und könnte die Unruhe durch CB1-Überstimulation etwas abmildern. Eine Studie von 2019 (Hudson et al.) untersuchte die Rolle von Terpen-Cannabinoid-Interaktionen bei der Modulation von Cannabis-Wirkungen. Die Beweislage ist nicht eindeutig, aber das Riechen oder Kauen einiger Pfefferkörner ist völlig unbedenklich und hilft vielen Menschen erfahrungsgemäß. Einen Versuch ist es wert.

CBD wird ebenfalls als möglicher Ausgleich bei starken THC-ähnlichen Wirkungen diskutiert. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass CBD Unruhe lindern kann, indem es mit Serotonin-Rezeptoren interagiert, nicht direkt mit CB1-Rezeptoren. Wenn Du CBD-Produkte zur Verfügung hast und sie problemlos einnimmst, schadet es nicht – und kann gezielt gegen die Unruhe helfen. Nimm aber keinesfalls mehr von dem Cannabinoid, das das Problem ausgelöst hat.

Schritt vier: Atme und erde Dich

Kontrolliertes Atmen ist eine der zuverlässigsten Methoden, akute Unruhe zu lindern – unabhängig von der Ursache. Das 4-7-8-Muster ist einfach: vier Zählzeiten einatmen, sieben halten, acht ausatmen. Mehrmals wiederholen. Das aktiviert das parasympathische Nervensystem und wirkt direkt der körperlichen Unruhe mit Herzrasen und flacher Atmung entgegen.

Auch Erdungstechniken helfen – besonders, wenn Du Dich entfremdet oder losgelöst von Deiner Umgebung fühlst. Die „5-4-3-2-1“-Technik: Nenne fünf Dinge, die Du sehen kannst, vier, die Du berühren kannst, drei, die Du hören kannst, zwei, die Du riechen kannst, und eines, das Du schmecken kannst. So bleibt Deine Aufmerksamkeit bei der unmittelbaren, körperlichen Realität und nicht im Strudel der Unruhe.

Und das Herzklopfen?

Ein rasendes Herz gehört zu den beunruhigendsten und häufigsten Symptomen einer Cannabinoid-Überdosierung. Es ist eine direkte Wirkung der Cannabinoid-Wirkung auf CB1-Rezeptoren – vorübergehend, für die meisten Menschen ungefährlich, und es verlangsamt sich, sobald die Substanz abgebaut wird. Langsames Atmen hilft direkt, den Puls zu senken. Hinlegen hilft. Kaltes Wasser im Gesicht oder an den Handgelenken kann helfen (Tauchreflex – kaltes Wasser im Gesicht löst eine leichte Pulsverlangsamung aus).

Wenn Du eine bestehende Herzerkrankung hast oder Herzmedikamente einnimmst, sprich vor der Anwendung starker Cannabinoide mit einem Arzt. Bei schweren oder langanhaltenden Herzsymptomen suche ärztlichen Rat.

Wie lange dauert es?

Das ist die Frage, die in dem Moment alle beschäftigt. Bei inhalierten Cannabinoiden (vapes, Blüten) klingt der akute Höhepunkt meist nach 1 bis 2 Stunden ab, mit Nachwirkungen von weiteren 1 bis 3 Stunden – je nach Cannabinoid. Bei Edibles dauert es länger – der Höhepunkt kann erst nach 2 bis 3 Stunden eintreten und die Nachwirkungen können 6 Stunden oder länger anhalten.

T9HC und 9h-HHCP haben die längsten Zeitfenster – Wirkungen können 8 bis 10 Stunden nach der Einnahme anhalten. Wenn Du von einem dieser beiden zu viel genommen hast, solltest Du realistisch den Rest des Tages oder Abends freihalten. Schlaf ist oft der beste Weg durch die späteren Phasen.

Wie kannst Du es beim nächsten Mal vermeiden?

Ein puff, dann wirklich 20 Minuten warten. Bei Gummibärchen eine halbe Portion und ehrlich 90 Minuten warten. Die langsame Wirkung der meisten Cannabinoide ist der Grund, warum viele zu früh nachlegen – die Wirkungen bauen sich so langsam auf, dass man leicht denkt, „da passiert nichts“, bevor sie tatsächlich einsetzen.

Starte bei jedem neuen Cannabinoid oder jeder neuen Charge niedriger, auch wenn Du erfahren bist. Die Stärke variiert zwischen Produkte und sogar zwischen Chargen desselben Produkts. Auch Deine Toleranz schwankt – schon eine Pause von wenigen Wochen kann sie deutlich senken.

Mehr darüber, wie Toleranz funktioniert und wie Du sie aktiv steuern kannst, findest Du in unserem Leitfaden zu Toleranzpausen. Hilfe bei der Auswahl eines Cannabinoids mit passender Stärke für Deine Erfahrung findest Du in unserem Cannabinoid-Auswahlratgeber.

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn Du zu viel High bekommst: Ein praktischer Leitfaden

Wasser hilft bei trockenem Mund und gibt dir etwas Erdendes, worauf du dich konzentrieren kannst, aber es wird die Intensität von Wirkungen nicht verringern oder den Stoffwechsel beschleunigen. Es hilft aber wirklich beim Wohlbefinden.

Schlaf ist oft der effektivste Weg durch eine lange oder unangenehme Erfahrung, besonders mit T9HC oder 9h-HHCP. Wenn du bequem und sicher schlafen kannst, ist das eine gute Option.

Eine kleine Menge an einfachem Essen kann helfen, den Magen zu beruhigen. Vermeide große Mahlzeiten und High-zuckerhaltiges Essen — sie können Angst verstärken. Einfache Cracker oder Brot sind bessere Optionen.

Mit Edibles tritt der Höhepunkt oft 2 bis 3 Stunden nach dem Konsum ein und Wirkungen kann 6 bis 10 Stunden anhalten. Das akute Unwohlsein lässt normalerweise nach, sobald der Höhepunkt vorbei ist.

Eine tödliche Überdosis allein durch Cannabinoide ist in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert worden. Übermäßiger Konsum verursacht erhebliches Unwohlsein, ist aber für die meisten gesunden Erwachsenen medizinisch nicht lebensbedrohlich.

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