Ist Hanföl dasselbe wie CBD-Öl?

Nein. Hanföl und CBD-Öl stammen beide von der Cannabis sativa-Pflanze. Sie werden jedoch aus unterschiedlichen Pflanzenteilen gewonnen. Nur eines davon enthält Cannabidiol, also CBD.

Hanföl, auch Hanfsamenöl genannt, wird kalt aus Hanfsamen gepresst. Dabei werden weder Hitze noch chemische Lösungsmittel verwendet. Hanfsamen enthalten keine Cannabinoide. Deshalb ist Hanföl kein CBD-Produkt, sondern ein Öl, das für Lebensmittel und Kosmetik verwendet wird.

Hanföl enthält viele ungesättigte Fettsäuren wie Omega-6-Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren und Ölsäure. Es wird häufig zum Kochen, als Nahrungsergänzungsmittel oder in der Hautpflege Produkte eingesetzt. Manchmal finden Labore sehr geringe SPuren von Cannabinoiden im Hanföl. Diese stammen jedoch nicht aus den Samen selbst. Sie können entstehen, wenn Harz von Blüten oder Blättern bei der Ernte auf die Samen gelangt (Quelle).

CBD-Öl hingegen wird aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze gewonnen. Dort befinden sich die Harzdrüsen, die Cannabinoide und Terpene produzieren. Häufig wird hierfür die CO₂-Extraktion verwendet. Mit dieser Methode werden die gewünschten Pflanzenstoffe ohne Lösungsmittelrückstände herausgelöst.

Je nach Produkt kann CBD-Öl CBD, CBG, CBC und Terpene wie Beta-Myrcen oder Beta-Caryophyllen enthalten (Quelle). Im Gegensatz zu THC verursacht CBD kein High. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keine Hinweise darauf gefunden, dass Pure CBD ein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial besitzt.

Hanföl und CBD-Öl werden oft verwechselt, weil ihre Namen ähnlich klingen. Beide Produkte werden manchmal als „Hanföl“ oder „Hanfextrakt“ verkauft. Das ist verwirrend, da nur CBD-Öl relevante Mengen an CBD enthält.

Eine Untersuchung von Amazon-Produkte ergab, dass 62,5 % der getesteten Produkte überhaupt keine Cannabinoide enthielten. 36 % enthielten nicht einmal einen Hanfbestandteil. Bei den übrigen Produkte schwankte der CBD-Gehalt stark.

Auch die Rechtslage sorgt für Verwirrung. In der EU gilt Hanföl als normales Lebensmittel. CBD-Öl hingegen fällt unter die EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel. Der Grund ist, dass CBD-Extrakte vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang als Lebensmittel verwendet wurden.

Hanföl vs. CBD-Öl im Vergleich

Hanföl CBD-Öl
Aus Samen gewonnen Aus Blüten und Blättern gewonnen
Enthält keine Cannabinoide Enthält CBD und andere Cannabinoide
Kaltgepresst Meist mit CO₂ oder Ethanol extrahiert
Reich an Omega-3 und Omega-6 Enthält CBD, Terpene und weitere Pflanzenstoffe
Wirkt nicht auf das Endocannabinoid-System Kann mit dem Endocannabinoid-System interagieren
Für Küche und Hautpflege verwendet Für CBD Wellness Produkte verwendet
Verursacht kein High Verursacht ebenfalls kein High

Kurz gesagt: Hanföl ist die richtige Wahl, wenn Du ein Öl zum Kochen oder für die Hautpflege suchst, das reich an Omega-Fettsäuren ist. Es wirkt nicht auf Dein Endocannabinoid-System, da es keine Cannabinoide enthält.

CBD-Öl ist die richtige Wahl, wenn Du gezielt CBD verwenden möchtest. Achte darauf, dass das Produkt klar als CBD-Öl gekennzeichnet und lab-tested wurde. Nur so kannst Du sicher sein, dass tatsächlich CBD enthalten ist.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Sprich vor der Anwendung von CBD Produkte mit einem Arzt, besonders wenn Du Medikamente einnimmst.